An der hoch subventionierten deutschen Steinkohle verdient einer der reichsten Familienclans der Welt. Für die Thyssens und Thyssen-Bornemiszas bedeutet die Zusage des Bundeskanzlers, bis 2012 knapp 16 Milliarden Euro aus der Staatskasse in den Bergbau zu stecken, dass sie auch künftig Einnahmen in Millionenhöhe erzielen. Die Erben der Stahlbarone August und Fritz Thyssen kassieren einen "Förderzins", wenn Steinkohle aus ihren Pachtfeldern im Revier gewonnen wird. Derzeit belaufen sich die Pachtzahlungen auf rund 900000 Euro pro Jahr laut Angaben der Deutschen Steinkohle AG. Diese Rechte gehen auf eine Verleihungsurkunde des Königlichen Oberbergamtes zu Dortmund aus dem Jahr 1905 zurück. Die Bürgerinitiative Bergbaubetroffener am Niederrhein schätzt diesen Aufschlag je Tonne sogar auf 7 bis 15 Euro. Von einem "sehr viel niedrigeren, einstelligen Betrag" spricht Günter Theißen von der Thyssen Vermögensverwaltung in Düsseldorf. 50 Millionen Tonnen Kohle sollen bis 2019 allein im Bergwerk Walsum gewonnen werden, das unter und neben dem Rhein Steinkohle fördert. Ein Teil der Flächen gehört den Thyssens, die den "Förderzins" einstreichen, während die Beseitigung von Schäden zu Lasten des Bergbaus geht.
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© DER SPIEGEL 50/2003
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