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Ausgabe 3/2004
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10.01.2004
 

Erhebliche Lücken bei BSE-Tests

Von den in Deutschland geschlachteten Rindern wird ein großer Teil niemals auf BSE getestet: Rund 1,3 Millionen Kälber und Jungrinder kamen allein 2003 ungetestet zum Verzehr - wogegen die vergangene Woche bekannt gewordenen Zahl von rund 680 nicht untersuchten erwachsenen Kühen marginal wirkt. Der Grund: Erst ab dem 24. Lebensmonat soll die Krankheit laut BSE-Experten beim geschlachteten Rind im Gehirn nachweisbar sein; das ideale Schlachtalter liegt bei 18 bis 22 Monaten. Dennoch lassen viele Tiermäster auch jüngere Schlachtrinder freiwillig auf BSE testen: So kommt derenFleisch zu dem begehrten Stempel "BSE-frei" - obwohl der tatsächliche Nachweis gar nicht geführt werden kann. Immer mehr Landwirte, so der Bayerische Bauernverband, hätten deshalb in den vergangenen Monaten dafür plädiert, den Test bei Tieren unter 24 Monaten zu verbieten. Unterdessen will VerbraucherschutzministerinRenate Künast (Grüne) die Bundesländer nach der Pannenserie bei BSE-Tests in eine "Schwachstellenanlyse" einbinden. Experten beider Seiten sollen klären, "wie es zu den Ungereimtheiten kommen konnte und wie man das Verfahren verbessern kann", so Künasts Staatssekretär Alexander Müller. Ein entsprechendes Schreiben soll am Montag an die Länder verschickt werden, die nach Ansicht der Berliner mit Ausnahme Baden-Württembergs ihren Kontrollmöglichkeiten nicht ausreichend nachgekommen sind. "Wir wollen eine Kontrolle der Kontrolle installieren", so Müller. Hintergrund:Der Bund ist sauer, weil er keinerlei Befugnisse hat, sich im Pannenfall aber in dieVerantwortung genommen sieht.

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