Der designierte Toll-Collect-Aufsichtsratschef, Konrad Reiss, will die Geschäftsführung des Unternehmens erneut umbauen. Nach dem Rauswurf von DaimlerChrysler-Manager Michael Rummel als Boss des Maut-Konsortiums im Oktober soll nun auch sein Nachfolger, Telekom-Manager Hans-Burghardt Ziermann, seinen Posten räumen. Dem Manager wird vorgeworfen, die Missstände bei Toll Collect zu lange geduldet zu haben. Anders als Rummel soll Ziermann jedoch auf einem anderen Posten in der Geschäftsführung verbleiben. Wer seine Nachfolge antritt, ist noch offen. Unterdessen wächst auch Kritik an der Entscheidung, Reiss zum Toll-Collect-Oberaufseher zu küren. Grund: dessen Machtfülle. Reiss ist als Chef von T-Systems größter Auftragnehmer von Toll Collect. Als Aufsichtsratschef des Unternehmens, warnten Konzernjuristen vergangene Woche, würde er demnächst seine eigenen Projekte genehmigen und kontrollieren. Wie heikel eine solche Verquickung sein kann, wurde vor einigen Tagen im Lenkungsausschuss von Toll Collect deutlich. Anders als bisher dargestellt, so dessen Bestandsaufnahme, sind es nicht mehr die On Board Units, die den Ingenieuren die größten Sorgen bereiten. Gravierender sind inzwischen Softwareprobleme. Beispielsweise läuft das Abrechnungssystem immer noch so holprig, dass es unter Realbedingungen wohl zusammenbrechen würde. Lieferant der Software: Reiss mit seiner T-Systems.
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© DER SPIEGEL 11/2004
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