In importierten Puten aus Deutschland haben dänische Experten einen extrem resistenten Salmonellen-Keim gefunden. Der neu entdeckte Subtyp zeigte sich unempfindlich gegenüber 16 von 17 heute verfügbaren Antibiotika-Klassen. Das einzige Mittel, das noch anschlug ("Florphenicol"), ist in der Humanmedizin nicht zugelassen. "Wenn diese Salmonellen eine schwere Darminfektion beim Menschen auslösen, gibt es keine Behandlungsmöglichkeit", warnt Frank Aarestrup vom Dänischen Institut für Lebensmittel- und Veterinärforschung in Kopenhagen. Dies sei "ein ganz reales Risiko für den Verbraucher". Hochresistente Salmonellen hätten bereits Todesopfer gefordert, betont auch Andreas Schroeter vom Nationalen Referenzlabor für Salmonellen in Wernigerode. Gefährdet seien Kleinkinder, Senioren und Kranke. Experten des Labors haben erst kürzlich in einem Sachstandsbericht angemahnt, Antibiotika in der Tierzucht restriktiver einzusetzen, um eine weitere Resistenz-Ausbreitung zu vermeiden. Aus welchem Schlachthof die mit dem Superkeim verseuchten Puten stammten, will das dänische Institut nicht preisgeben.
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© DER SPIEGEL 31/2004
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