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Ausgabe 7/2005
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12.02.2005
 

Deutsche Diplomaten unter Korruptionsverdacht

In einem als Verschlusssache eingestuften Untersuchungsbericht hat eine aus Beamten des Bundeskriminalamts, des Innen- und des Außenministeriums bestehende Arbeitsgruppe Anschuldigungen gegen Mitarbeiter der deutschen Botschaft in Tirana erhoben. Der Verdacht: Sie sollen gegen Schmiergeldzahlungen Einreisegenehmigungen verkauft haben. Die vierköpfige Ermittlergruppe war im Juli vergangenen Jahres in die albanische Hauptstadt entsandt worden, um Hinweisen auf "Unregelmäßigkeiten in der Visaerteilung" nachzugehen. Bei Stichproben vor Ort stießen sie auf Hunderte von Langzeitvisa, die ohne inhaltliche Prüfung, ohne die sonst üblichen Unterlagen und teilweise sogar ohne Unterschrift der Antragsteller ausgegeben worden waren. Der Leiter des Ordnungsdienstes der Botschaft gab zu Protokoll, er habe bei Durchsuchungen der Taschen von Antragstellern öfter fingerdicke Euro-Bündel und dicke Bündel der albanischen Landeswährung Lek gefunden. Die Scheine hätten neben oder zwischen den Visaunterlagen gesteckt. Mittlerweile ermittelt die Berliner Staatsanwaltschaft gegen den ehemaligen Leiter der Visastelle und den ehemaligen Rechtsstellenleiter der deutschen Botschaft wegen des Verdachts der Bestechlichkeit und des Verdachts von Verstößen gegen das Ausländergesetz.

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