Verbraucherschutzministerin Renate Künast verteidigt den am Freitag von der EU-Kommission beschlossenen Einfuhrstopp von gentechnisch verändertem Mais aus den USA: "Die Maßnahme ist die einzig mögliche Konsequenz aus einer unglaublichen Schlamperei", sagte die Ministerin dem Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL.
Der Schweizer Agrokonzern Syngenta hatte zwischen 2001 und 2004 rund 700 Tonnen sogenannten Bt10-Mais, einer illegalen Sorte von Genmais, auf den US-Markt gebracht. Die EU verlangt nun bei allen Einfuhren von Maisfutter den Nachweis, dass die Ware Bt10-frei ist. Den aber können die US-Hersteller aufgrund der laxen Gentechnik- Regeln nicht liefern. "Das ist das Problem", so Künast, "in den USA müssen gentechnisch veränderte Lebensmittel weder gekennzeichnet werden, noch kann ihre Herkunft zurückverfolgt werden". Dieser Mangel "rächt sich in Fällen wie diesem, es fehlt die Transparenz".
Künast sieht in den strengeren europäischen Gesetzen einen klaren wirtschaftlichen Vorteil: "Die Verbraucher stehen gentechnisch veränderten Produkten fast überall auf der Welt skeptisch gegenüber", sagte sie dem SPIEGEL. Für viele Hersteller "zahlt sich der Verzicht auf Gentechnik längst aus".
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© DER SPIEGEL 16/2005
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