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Ausgabe 25/2005
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18.06.2005
 

Kartellamt prüft Vergabe der Freundlichkeitskampagne

Unter keinem guten Stern stehen die zahlreichen Image- und Standortkampagnen, mit denen Deutschland sich zur Fußball-WM 2006 seinen Gästen als weltoffen, gastfreundlich und serviceorientiert präsentieren will. Am Mittwoch entschied die zuständige 3. Vergabekammer des Bundeskartellamts, einem Nachprüfungsantrag des Werberverbandes GWA nachzugehen, der die umstrittene Vergabe einer insgesamt drei Millionen Euro schweren und von der Bundesregierung finanzierten "Nationalen Service- und Freundlichkeitskampagne" durch die Deutsche Zentrale für Tourismus (DZT) an die Münchner Agentur Abold (SPIEGEL 22/2005) massiv kritisiert. Damit kann die formelle Auftragserteilung kaum wie geplant an diesem Donnerstag erfolgen, denn das Kartellamt hat die Parteien für den 5. Juli zur mündlichen Verhandlung geladen. Hintergrund der GWA-Beschwerde, die der Verband für drei unterlegene Mitbieter vorbringt: In der Vergabejury saßen Fedor Radmann und dessen Gattin, der mit dem Etatgewinner Andreas Abold lange an einer Agentur beteiligt war. Abold entwickelte für das Organisationskomitee der WM, dessen Vizepräsident der langjährige Beckenbauer-Vertraute Radmann bis Juni 2003 war, auch das umstrittene WM-Logo. GWA-Präsident Holger Jung wertet die Kartellamtsentscheidung, den Prüfantrag anzunehmen, als "vollen Erfolg" - zumal die DZT dort bereits eine Schutzschrift hinterlegt hatte. "Wir setzen darauf, dass die Vergabekammer zum Schluss kommt, dass Juryzusammensetzung und das Verfahren so nicht in Ordnung waren", so Jung, "und hoffen, dass es schnell und zügig zu einem neuen Verfahren kommt." Bei der DZT, der das Kartellamt bis Mittwoch eine Frist zur Stellungnahme eingeräumt hat, sieht man das anders. "Wir können zum aktuellen Zeitpunkt keinen Vergabefehler erkennen", so der zuständige DZT-Projektleiter Norbert Tödter, "und gehen davon aus, dass wir nach Entscheidung der Vergabekammer am 5. Juli den Zuschlag an Abold erteilen können."

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