Die Mehrheit der Deutschen ist weiter für den Ausstieg aus der Atomenergie. Nach einer Emnid-Umfrage für die Umweltorganisation Greenpeace wollen 60 Prozent der Bundesbürger, dass die bestehenden Kernkraftwerke wie geplant oder sogar noch schneller abgeschaltet werden. 34 Prozent votieren dafür, an der Kernenergie festzuhalten, den Ausstieg zu verzögern oder sie sogar noch auszubauen. Frauen, Jüngere und Geringerverdienende sind besonders stark gegen Atomkraftwerke eingestellt. Bei Männern, Älteren und Besserverdienenden ist die Nein-danke- Position schwächer ausgeprägt. Am stärksten wird die Einstellung zur Kernenergie von den politischen Vorlieben beeinflusst: Während die Anhänger von SPD, Grünen, Linkspartei und FDP mit deutlicher Mehrheit für den Ausstieg votieren, sind Wähler von CDU/CSU überwiegend dagegen. Sehr differenziert fällt das Urteil aus, wenn es um die Laufzeiten bestehender Atommeiler geht. 46 Prozent halten laut Emnid-Umfrage die Pläne von CDU und CSU, die Kernkraftwerke des Landes auch nach dem Jahr 2021 am Netz zu halten, für falsch. 43 Prozent sind anderer Auffassung. Nur 25 Prozent der Deutschen würden es akzeptieren, wenn ein Kernkraftwerk in ihrer Nähe gebaut würde. 75 Prozent wären strikt dagegen.
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© DER SPIEGEL 31/2005
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