Auf die Deutsche Telekom kommen nach der jüngsten Entscheidung der Regulierungsbehörde "Bundesnetzagentur" Schadensersatzklagen in Millionenhöhe zu. Mitte August hatte diese festgelegt, dass die Telekom für die Überlassung ihrer Teilnehmerdaten an private Telefonauskunftdienste insgesamt nur 770.000 Euro pro Jahr kassieren darf. Bis dahin hatte die Telekom dafür 49 Millionen Euro kassiert.
Jetzt fordern die Konkurrenten das zu viel gezahlte Geld zurück - allen voran die Münchner Telegate AG, die mit der Werbe-Ikone Verona Pooth rund 30 Prozent des Auskunftsmarkts erobert hat. Zusätzlich zu bereits laufenden Klagen auf Rückzahlung von rund 70 Millionen Euro plus Zinsen reichte Telegate vergangenen Freitag eine Schadensersatzklage über 86 Millionen Euro ein. Durch die Gebührenpolitik der Telekom sei die Entwicklung der Firma nachhaltig behindert worden, heißt es darin.
Ex-Firmenchef Klaus Harisch, der Telegate 1996 gründete, macht in einer weiteren Klage sogar einen Schaden von 320 Millionen Euro geltend. Um Telegate trotz der überhöhten Gebühren am Leben zu halten, so sein Argument, sei er gezwungen gewesen, große Anteile der Firma unter Wert zu verkaufen.
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© DER SPIEGEL 35/2005
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