Wegen des Cholesterinsenkers Sortis, der weltweit zu den meistverkauften patentgeschützten Präparaten gehört, droht dem amerikanischen Pharmakonzern Pfizer Ärger. In einem Gutachten kommt das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen zu dem Urteil, dass Sortis gegenüber billigeren und längst eingeführten Generika keinen zusätzlichen Nutzen aufweist. Das Kontrollinstitut warnt sogar vor der Einnahme des Medikaments. Es komme dadurch häufiger zu "Therapieabbrüchen wegen unerwünschter Ereignisse", etwa eine Erhöhung der Leberenzym- Werte, heißt es. Die Studie hat das von Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) ins Leben gerufene Institut im Auftrag des Bundesausschusses von Ärzten, Krankenkassen und Krankenhäusern erstellt. Dieser hatte 2004 entschieden, dass die Kassen den hohen Preis von Sortis nicht voll erstatten müssen. Pfizer hatte daraufhin in einer Anzeigenkampagne behauptet, Millionen Patienten würden schlechter behandelt, wenn sie auf billigere Präparate ausweichen müssten.
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© DER SPIEGEL 36/2005
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