Die VW-Tochter Seat steckt in einer schweren Krise. Der Marke droht möglicherweise sogar schon bald das Aus. Der spanische Autohersteller schreibt internen Zahlen zufolge trotz der neuen Modelle Altea und León in diesem Jahr Verluste. Bis Mitte nächsten Jahres muss Seat seinen Absatz und Ertrag deutlich steigern und beweisen, dass die zur Markengruppe Audi gehörende Firma genügend Finanzmittel erwirtschaftet, um weitere Investitionen in neue Modelle zu rechtfertigen. Gelingt Seat dies nicht, könnte der VW-Konzern die Seat-Fabrik in Martorell für die Fertigung von Modellen anderer Konzernmarken nutzen. Die Marke Seat könnte dann beispielsweise chinesischen Autoherstellern, die auf den europäischen Markt drängen, zum Kauf angeboten werden. Ursprünglich wollte Audi-Chef Martin Winterkorn Seat zur sportlichen Einstiegsmarke für Kunden machen, denen ein Audi zu teuer ist. Doch dieses Ziel wurde nicht erreicht. Der Verkauf der neuen Seat-Modelle bleibt weit hinter den Planungen zurück. Zudem ist die Marke fast nur in Südeuropa stark vertreten. Der VW-Konzern könnte leicht auf sie verzichten, weil er mit Skoda bereits über eine in ganz Europa erfolgreiche Einstiegsmarke verfügt.
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© DER SPIEGEL 38/2005
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