Der Vorstandsvorsitzende des norddeutschen Energieversorgers E.on Hanse, Hans- Jakob Tiessen, erwartet weiterhin steigende Energiepreise. Die weltweit steigende Nachfrage nach Energie verknappe das Angebot. Vor gut einer Woche hat vor dem Landgericht Hamburg ein Prozess begonnen, bei dem über eine Sammelklage von E.on-Hanse-Kunden verhandelt wird, die darauf abzielt, die Kalkulation des Unternehmens zu veröffentlichen und eine Preissenkung durchzusetzen. Tiessen erteilt den Klägern eine Absage. "Unsere Preise bilden sich am Markt und sind wesentlich abhängig von unseren Einkaufspreisen", sagte Tiessen in einem Interview mit dem SPIEGEL. Im vergangenen Jahr seien die Bezugspreise für sein Unternehmen um 40 Prozent gestiegen � und damit stärker als die Verkaufspreise an den Kunden. "Dies belastet unser Ergebnis, aber das nehmen wir bewusst in Kauf, um unsere Haushaltskunden nicht noch stärker zu belasten", so Tiessen. Auf Dauer könne man diese Subventionierung jedoch nicht durchalten. Dieser Fakt liege auch dem Gericht in Form eines Gutachtens vor. Auf die Frage, warum sein Unternehmen widersprechenden Kunden Drohungen ausspreche, sagte Tiessen: "Wir drehen keinem Kunden, der Widerspruch eingelegt hat, den Gashahn ab. Der Kunde erhält von uns eine Jahresverbrauchsabrechnung auf Basis geltender Preise. Natürlich muss er für in Anspruch genommene Leistungen auch zahlen."
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© DER SPIEGEL 39/2005
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