Wirtschaft



AUS DEM SPIEGEL
Ausgabe 49/2005
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03.12.2005
 

Tabakindustrie manipulierte deutsche Gesundheitsinstitutionen

Mindestens 80 deutsche Mediziner arbeiteten jahrzehntelang mit der Tabakindustrie Hand in Hand. Wie der SPIEGEL in seiner neusten Ausgabe berichtet, habe ein flächendeckendes Netz bestanden: Klinikprofessoren und Präsidenten von Fachgesellschaften erledigten Auftragsarbeiten, sie ließen sich teure Studien bezahlen und tauschten vertrauliche Informationen mit der Zigarettenbranche aus. Unliebsame Forschungsergebnisse habe die Tabakindustrie unterdrückt, andere Veröffentlichungen manipuliert. Die Tabakindustrie wählte sich gezielt jene Wissenschaftler aus, die hohes Ansehen in der Bevölkerung hatten und einen großen Einfluss in politischen Entscheidungsgremien ausübten. Der SPIEGEL bezieht sich in seiner Veröffentlichung unter anderem auf interne Unterlagen der Tabakindustrie und auf eine soeben erschienene Publikation des "American Journal of Public Health". Der Schaden der Kollaboration von Wissenschaftlern mit der Zigarettenindustrie sei enorm, so das Zentrum für Tabakkontrolle der Weltgesundheitsorganisation in Heidelberg. Die Folgen des Rauchens seien auf diese Weise jahrzehntelang verharmlost worden. Es müssten heute viel weniger Deutsche an den Folgen des Rauchens sterben, wenn die Wissenschaftler unabhängig geblieben wären.

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