Die Affäre um Reisen kommunaler Politiker, die von dem Essener Gasunternehmen gesponsert wurden, weitet sich möglicherweise zu einer Branchenkrise aus. Wie DER SPIEGEL in seiner jüngsten Ausgabe berichtet, hat nicht nur E.on Ruhrgas Reisen von Stadtwerksvertretern finanziert. Auch die heute von RWE-Energy betriebene Thyssengas hat sich nach Ermittlungen der Kölner Staatsanwaltschaft an der Finanzierung solcher Trips beteiligt.
Wie bei E.on wurden auch bei RWE bereits im vergangenen Jahr Geschäftsräume durchsucht und Reiseunterlagen beschlagnahmt. RWE bestätigte die Untersuchungen. Gleichzeitig verwies das Unternehmen darauf, dass im Jahr 2005 von der Konzernspitze verbindliche Unternehmensregeln verabschiedet worden seien und seitdem äußerst strenge Maßstäbe bei der Durchführung solcher Reisen angelegt würden.
Wie DER SPIEGEL weiter berichtet, will auch die ins Visier der Ermittler geratene E.on Ruhrgas nun interne Regeln verschärfen. So könnte beispielsweise detailliert vorgeschrieben werden, ob Kunden und Politiker eine Eigenbeteiligung an Reisekosten tragen müssen. Bis solche verbindlichen Konzepte verabschiedet sind, so E.on-Ruhrgas- Chef Burckhard Bergmann gegenüber dem SPIEGEL, sollen "sämtliche Kunden- Veranstaltungen dieser Art komplett eingestellt" werden.
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