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Ausgabe 17/2006
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22.04.2006
 

Unternehmensteuer

Familienkonzerne setzen Regierung unter Druck

Es ist ein Gipfel der besonderen Art: Im Mai wollen sich die Spitzen der Regierungsfraktionen erstmals mit Vertretern der 40 größten deutschen Familienunternehmen treffen. Es soll um die Erbschaft- und Unternehmensteuern gehen, die einige SPD-Politiker anheben wollen.

Erstmals wollen sich die Spitzen der beiden Regierungsfraktionen im kommenden Monat mit Vertretern der 40 größten deutschen Familienunternehmen treffen. Bei dem Termin soll es um die angekündigten Reformen von Erbschaft- und Unternehmensteuern gehen.

Bei beiden Projekten befürchten die Familienbetriebe, gegenüber den großen Kapitalgesellschaften benachteiligt zu werden. So will etwa Finanzminister Peer Steinbrück die Steuersätze vor allem für Kapitalgesellschaften reduzieren, nicht aber für Personengesellschaften. Zudem fürchten die Unternehmer, dass die Erbschaftsteuer teilweise verschärft werden könnte. Deshalb müssten die Familienunternehmen "den Dialog mit der Politik suchen" und die "handelnden Personen unmittelbar mit der betrieblichen Praxis konfrontieren", wie es im Einladungsschreiben von Ludwig Georg Braun, dem Präsidenten des Deutschen Industrie- und Handelskammertages, heißt.

Zu dem Treffen sind Familienkonzerne wie Miele, Stihl, Henkel, Voith oder Merck eingeladen, die zusammen rund eine Million Mitarbeiter beschäftigen.

SPD-Experten plädieren für höhere Erbschaft- und Vermögensteuern

In der Diskussion um die niedrige deutsche Steuerquote haben führende SPD-Politiker eine Erhöhung von Erbschaft- und Vermögensteuern ins Gespräch gebracht. "Im privaten Bereich sehe ich bei der Erbschaftsteuer noch Spielraum nach oben", sagte der SPD-Wirtschaftspolitiker Rainer Wend dem SPIEGEL. "Auch eine vernünftige Vermögensteuer, idealerweise im europäischen Rahmen, halte ich für sinnvoll."

Unterstützung erhielt Wend vom stellvertretenden SPD-Fraktionsvorsitzenden Joachim Poß. "Große Erbschaften sollten internationalen Vorbildern folgend etwas höher besteuert werden", sagte Poß dem SPIEGEL. Auch der Vorsitzende der SPD-Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen, Ottmar Schreiner, plädiert für höhere Steuern auf große Vermögen. Damit ließen sich "locker 30 bis 40 Milliarden Euro mehr einnehmen", sagte er dem SPIEGEL.

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