DER SPIEGEL


AUS DEM SPIEGEL
Ausgabe 48/2006
  • Drucken
  • Senden
  • Feedback
 

Deutsches Belastungsmaterial kann Islamisten in Syrien Todesstrafe bringen

Deutsche Diplomaten haben in Damaskus erstmals den Deutsch-Syrer Mohammed Haydar Zammar in syrischer Haft besucht. Die konsularische Betreuung fand am 7. November im Gefängnis von Seidnaja statt, in das der Freund der Hamburger Todespiloten vom 11. September 2001 Anfang Mai dieses Jahres verlegt worden war. Zammar bat die Konsularbeamtin um Geld, Winterkleidung und einen Anwalt. Dem Gefangenen, den die CIA Ende 2001 in Marokko festnehmen und nach Syrien ausfliegen ließ, droht in Damaskus die Todesstrafe. Er ist angeklagt wegen Mitgliedschaft in der Atar-Gruppe der Muslimbrüderschaft sowie wegen "Aufenthalten in Trainingslagern in Afghanistan und Bosnien" und "dschihadistischer Bestrebungen". Die nächste Verhandlung soll am 3. Dezember vor dem Obersten Staatssicherheitsgericht in Damaskus stattfinden. In den meisten Fällen wandelt die syrische Regierung das Todesurteil in eine langjährige Haftstrafe um. Wichtige Beweise gegen Zammar haben ausgerechnet die deutschen Behörden beigetragen. Zur Vorbereitung einer umstrittenen Befragung des Qaida-Anhängers Ende November 2002 übergab das Bundeskriminalamt bereits im August 2002 umfangreiche Unterlagen an den syrischen Militärgeheimdienst. Nach Angaben der deutschen Geheimdienste habe der syrische Dienst zudem von der Befragung Zammars durch deutsche Sicherheitsbeamte "profitiert".

Diesen Artikel...
Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks posten:

  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Xing
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • reddit
  • Windows Live

© DER SPIEGEL 48/2006
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH









TOP



TOP