Neuer Ärger droht der Deutschen Bahn (DB) mit ihren Lokführern. Der Grund: Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) fordert in der anstehenden Tarifrunde Lohnerhöhungen von bis zu 31 Prozent. So soll beispielsweise das Einstiegsgehalt von derzeit rund 1900 Euro brutto um 600 auf insgesamt 2500 Euro steigen. Darüber hinaus fordert die GDL Verbesserungen beim Urlaubsgeld und bei den sonstigen jährlichen Zuwendungen.
Der Bahn kommt die Forderung der Gewerkschaft, die weit mehr als die Hälfte der rund 20.000 Lokführer im Unternehmen vertritt, mit Blick auf den angestrebten Börsengang äußerst ungelegen. "Das ist eine Unverschämtheit, bei Bahn-Wettbewerbern wie Connex akzeptiert die GDL Lohndumping, und mit anderen Wettbewerbern hat sie gerade erst Abschlüsse von zwei bis drei Prozent vereinbart", heißt es aus DB-Kreisen.
Im April kommen die Tarifparteien erstmals zu Verhandlungen zusammen. Auf der Arbeitgeberseite hofft man, dass die GDL bis dahin "in die Realität zurückgefunden hat". Denn nichts fürchtet die Bahn so sehr wie einen Streik. Schon ein paar Dutzend Lokführer könnten, so fürchtet man in der Berliner DB-Konzernzentrale, mit Arbeitsniederlegungen den gesamten Bahnverkehr in Deutschland lahmlegen.
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© DER SPIEGEL 13/2007
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