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Ausgabe 15/2008
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05.04.2008
 

Erste-Hilfe-Kurse weitgehend nutzlos

Die Qualität von Erste-Hilfe-Kursen in Deutschland ist so schlecht, dass kaum ein Laie Menschenleben retten kann. Ein Großteil der Umstehenden probiert es im Notfall auch gar nicht erst. Das berichtet das Hamburger Nachrichtenmagazin DER SPIEGEL in seiner aktuellen Ausgabe. Das Magazin zitiert aus einer bislang unveröffentlichten Studie der Berliner Charité: Demnach erkannten zwar 66 Prozent der Umstehenden, wenn ein Herz-Kreislauf-Stillstand vorlag. Doch gerade mal 12,5 Prozent der Laienhelfer leiteten eine sinnvolle Herz-Lungen-Wiederbelebung ein. Experten führen die mangelhafte Hilfe auch auf die Qualität der Erste-Hilfe-Lehrgänge zurück: Sie seien zu lang, zu theoretisch und zu realitätsfern. Ausbilder sind oftmals fachlich wie didaktisch nicht in der Lage, Laien Grundregeln fürs Lebenretten zu vermitteln. Auch das Themenspektrum der Ausbildungspläne deckt sich nicht mit der Einsatzrealität von Notärzten. Während sich die Kurse oft fast ausschließlich mit der Versorgung von Unfallopfern befassen, gehe es in der Wirklichkeit in neun von zehn Notfalleinsätzen um Luftnot, Herzprobleme oder Schlaganfälle, klagen die Experten: "Die Gewichtung in den Kursen ist Schwachsinn", urteilt der Ulmer Notfallmediziner Burkhard Dirks. Dirks fordert im SPIEGEL: "Erste Hilfe gehört in Schullehrpläne. Sie ist eine staatsbürgerliche Pflicht!"

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