Sonntag, 22. November 2009

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26.07.2008
 

Friedensvermittler Holbrooke lobt Serbiens neue Regierung

US-Diplomat Richard Holbrooke, der amerikanische Vermittler im Bosnien-Konflikt, hat mit großer Freude auf die Festnahme von Radovan Karadzic reagiert. "Jetzt wird einer der schlimmsten, bösesten Menschen auf der ganzen Welt abgeurteilt", sagte der Balkan-Experte dem Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL. Serbiens neue Regierung habe die "politische Kraft" gehabt, die Geheimdienste endlich zum Handeln zu zwingen. "Ich habe größten Respekt vor Tadics Mut", lobte Holbrooke den serbischen Präsidenten. Er bezeichnete es als "größten Fehler", dass Karadzic nicht gleich nach dem Friedensabkommen 1995 verhaftet worden sei. "Ich denke", sagte Holbrooke, "dass Karadzic sogar schlimmer war als Milosevic und Mladic, weil er wirklich an seine rassistischen Theorien geglaubt hat." Holbrooke: "Er wäre ein guter Nazi gewesen." Gerüchte, es habe seinerzeit eine persönliche Abmachung zwischen ihm und Karadzic gegeben, den Serbenführer bei einem Rückzug aus der Politik von einer Strafverfolgung in Den Haag zu verschonen, wies Holbrooke zurück. "Das sind Lügen, die ich nicht länger kommentiere."

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