Mit einer Selbstanzeige soll der frühere Werder-Profi Claudio Pizarro möglichen Ermittlungen der deutschen Steuerbehörden zuvorgekommen sein. Hintergrund ist der Transfer von Mittelstürmer Roberto Silva zu Werder Bremen im Jahr 2001. Silva, ein ehemaliger Teamkollege Pizarros bei Cristal Lima, war nach dem Wechsel Pizarros zum FC Bayern München als dessen Nachfolger nach Bremen gewechselt. Was Pizarro bislang verschwieg: Er verdiente selbst mit an dem Deal über 1,35 Millionen Dollar, weil er und die Firma seines Freundes die Transferrechte an dem Stürmer hielten. Pizarros Anteil an dem Deal soll fast 900.000 Dollar betragen haben, Einkünfte, die er dem deutschen Fiskus offenbar nicht gemeldet hatte, obwohl er hierzulande steuerpflichtig war. Pizarro bestreitet das, er habe in seiner Karriere als Profi "immer strikt alle Steuern bezahlt". Im Frühjahr war in deutschen Medien, darunter im SPIEGEL (10/2009), über Pizarros Verstrickungen in den Transfer berichtet worden. Damit hat Pizarro, der inzwischen wieder zum FC Chelsea nach London zurückgekehrt ist, möglicherweise auch gegen das Reglement des Fußballweltverbandes Fifa verstoßen, wonach aktive Profis nicht als Spielervermittler arbeiten dürfen. Pizarro bestreitet jede Vermittlertätigkeit. In Lima interessiert sich inzwischen sogar eine Sonderabteilung für Geldwäsche und Organisierte Kriminalität wegen Verdachts der Geldwäsche für den peruanischen Stürmerstar. Mittlerweile wurde er von den Ermittlern vernommen, bei seinem Notar forderten sie sämtliche Unterlagen über dessen Firmenbeteiligungen an. Pizarros Anwalt erklärt, sein Mandant habe sich nie etwas zuschulden kommen lassen.
© DER SPIEGEL 30/2009
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