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Ausgabe 37/2009
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05.09.2009
 

Bundeswehr drohen künftig mehr blutige Gefechte in Afghanistan

Im deutschen Sektor Afghanistans muss sich die Bundeswehr darauf einrichten, dass sie künftig häufiger in blutige Feuergefechte verwickelt wird – mit möglicherweise vielen zivilen Opfern. Dies könnte die Truppe zusehends in Erklärungsnot bringen. Vorigen Freitag rechtfertigte das Verteidigungsministerium einen Luftschlag auf zwei entführte Tanklastwagen mit der Behauptung, sie hätten als rollende Bomben für einen Anschlag auf das deutsche Lager in Kunduz dienen sollen. Wegen "höchster Gefahr im Verzug" habe die Truppe Luftunterstützung angefordert. Die Laster, sogenannte "Jingle Trucks", waren in der Nacht auf dem Weg von Tadschikistan Richtung Kunduz entführt worden. Mit einer Drohne ortete die Bundeswehr ihren Standort. Sie waren in einem Flussbett steckengeblieben, allerdings nicht in Fahrtrichtung zum deutschen Camp. Deutsche Spähtrupps mit Panzerwagen des Typs "Fennek" meldeten, dass 67 Bewaffnete an den Tankwagen seien. Oberst Georg Klein, der Kommandeur des Lagers, habe sich nochmals beim zuständigen Zugführer vergewissert, dass keine Zivilisten in der Nähe seien und erst dann Luftunterstützung angefordert. F-15-Jagdbomber der US-Luftwaffe zerstörten die Tanker mit 250-Kilo-Bomben vom Typ GBU-38. Durch die Explosion starben nach Angaben der Bundeswehr 56 Gegner, 11 seien geflohen. Isaf-Soldaten, die das Gelände am Freitagmittag untersuchten, gerieten unter Feuer, konnten die Angreifer jedoch vertreiben. Sie fanden nur einige Leichenteile und verkohlte Waffen. Während das Wehrressort in Berlin beteuerte, dass Unbeteiligte "vermutlich nicht zu Schaden" kamen, kritisierten afghanische Offizielle, es seien zahlreiche Zivilisten getötet und verletzt worden. Großbritanniens Außenminister David Miliband forderte eine "umgehende Untersuchung", ähnlich äußerten sich Uno-Vertreter in Kabul und Präsident Hamid Karzai, der schon oft gemahnt hatte, solche "Kollateralschäden" zu vermeiden. Besonders berüchtigt dafür waren bislang die "Special Forces" der USA. Ausgerechnet im deutschen Stützpunkt Masar-i-Scharif rückt nun aber deren "Task Force 373" mit etwa 300 Mann ein. Sie sollen im Rahmen der Anti-Terror-Operation "Enduring Freedom" gezielt Jagd auf Taliban und Terroristen machen. Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) erfuhr davon aber erst vergangene Woche – obwohl die Anfrage der USA schon Anfang August in Berlin eingegangen war und erste "Special Forces" bereits Quartier genommen haben. Jung sei verärgert über Staatssekretär Peter Wichert, hieß es in Berlin, weil eine Vorlage der Militärs in dessen Büro liegengeblieben sei.

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