Bundeskanzlerin Angela Merkel wird neben dem TV-Duell mit SPD-Kandidat Frank- Walter Steinmeier keinen weiteren TV-Auftritt haben, bei dem sie auf Politiker anderer Parteien trifft. In der vergangenen Woche sagte Merkel dem ZDF endgültig für eine "Berliner Runde" aller Spitzenkandidaten ab. Der Sender hatte seit März versucht, einen Termin zu koordinieren. Als alle Vorschläge abgelehnt wurden, bat Chefredakteur Nikolaus Brender im August Merkels Pressesprecher Ulrich Wilhelm brieflich darum, "uns zwei Terminvorschläge Ihrer Wahl zu unterbreiten". Darauf ging das Kanzleramt jedoch nicht ein. Als letzten Termin nannte das ZDF schließlich den 16. September, 11 Uhr, und lud auch die anderen Parteien ein: "Soweit uns bekannt ist, hat die Kanzlerin zu diesem Zeitpunkt keine offiziellen Auslands- oder Wahlkampftermine." Alle anderen Parteivertreter von Linkspartei bis CSU zeigten sich entgegenkommend. Nur Merkel nicht: Sie benannte als Vertreter für die nun für den 17. September anberaumte Sendung den CDU-Ministerpräsidenten Christian Wulff. Im ZDF hatte man für den Fall einer Absage der Kanzlerin sogar darüber nachgedacht, den Stuhl der CDU während der Sendung frei zu lassen. Brender entschied sich jedoch gegen diese rabiate Maßnahme, weil sie dem Publikum nur schwer zu vermitteln gewesen wäre.
© DER SPIEGEL 38/2009
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