Der Sportwagenbauer Porsche hat offenbar während des Zweiten Weltkriegs mehr Zwangsarbeiter beschäftigt, als er bislang zugibt. Nach Auswertung von teilweise unbekanntem Archivmaterial schätzt der Automobiljournalist Ulrich Viehöver die Zahl der Stuttgarter Porsche-Zwangsarbeiter auf etwa 300. Viehövers Recherche erscheint Anfang Oktober in einem neuen Buch über Stuttgarter NS-Täter, für das der Journalist Ferdinand Porsche porträtierte. Das Unternehmen hatte diesen Teil seiner Geschichte lange verschwiegen. Mit der aufkommenden Entschädigungsdiskussion Ende der neunziger Jahre hatte man die Zahl der Zwangsarbeiter auf 10 bis 20 taxiert, inzwischen spricht Porsche selbst von "maximal 50 Zwangsarbeitern". Gegenüber dem SPIEGEL sagte der 88-jährige Pole Jan Karolczak, es seien mit ihm mindestens 70 Zwangsarbeiter bei Porsche beschäftigt gewesen.
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© DER SPIEGEL 40/2009
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