Stärker als bislang bekannt ist die Zahl der traumatisierten Bundeswehrsoldaten gestiegen. Im ersten Halbjahr 2009 wurden nach einem internen Papier des Bundesverteidigungsministeriums 50 Prozent mehr Fälle von posttraumatischen Belastungsstörungen gemeldet als im Vorjahreszeitraum. Bislang ging man nur von 30 Prozent aus. Wurde in den ersten sechs Monaten des Jahres 2008 noch bei 125 Soldaten das Trauma diagnostiziert, sind in diesem Jahr schon 186 Fälle bekannt. "Diese Steigerung belegt deutlich, dass die Bundeswehr dem Thema nicht länger ausweichen darf", sagt der Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestags Reinhold Robbe (SPD), der auch auf die hohe Dunkelziffer verweist. "Die US-Armee geht davon aus, dass bis zu 30 Prozent der aus dem Auslandeinssatz zurückgekehrten Soldaten traumatisiert sind." Robbe drängt darauf, in die Erforschung der Krankheit zu investieren. "Wir brauchen endlich ein Kompetenzzentrum, das diesen Namen wirklich verdient", sagt Robbe. Die neugeschaffene Arbeitsgruppe am Institut für den Medizinischen Arbeits- und Umweltschutz der Bundeswehr sei mit drei Mitarbeitern derzeit weder quantitativ noch qualitativ in der Lage, ihre Forschungsaufgaben zu bewältigen.
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© DER SPIEGEL 43/2009
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