Die amerikanische Außenministerin Hillary Clinton schlägt im Umgang mit dem afghanischen Präsidenten Hamid Karzai neue Töne an. "Wir müssen mehr fordern. Es ist in unserem nationalen Sicherheitsinteresse, dass wir Partner in Afghanistan haben, die sich einer besseren Regierungsführung verpflichtet fühlen", sagte Clinton im Gespräch mit dem SPIEGEL. "Wir brauchen eine Untersuchungskommission zur Korruption, die unabhängig von den Machtstrukturen in Kabul arbeiten kann." Washington wolle "nicht auf ewig in Afghanistan bleiben", sondern al-Qaida zerschlagen und Bedingungen schaffen, dass sich das Land "nach unserem Abzug" selbst verteidigen könne. Auch in der Frage des iranischen Atomprogramms drängt US-Außenministerin Clinton auf Fortschritte. Zwar wisse sie, dass es "derzeit im iranischen Machtgefüge drunter und drüber geht", aber sie wolle baldmöglichst ein Entgegenkommen von Teheran sehen: "Unsere Geduld ist nicht unerschöpflich." Die militärische Option gegenüber Iran vom Tisch zu nehmen sei sie nicht bereit. "Strategisch gesehen ist es nicht sehr klug, auf Handlungsmöglichkeiten zu verzichten, wenn die andere Seite sich überhaupt nicht bewegt", so Hillary Clinton im SPIEGEL-Gespräch.
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© DER SPIEGEL 47/2009
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