Der Vorsitzende des Sachverständigenrats, Wolfgang Franz, hat sich gegen Kritik der Bundesregierung am jüngsten Jahresgutachten verwahrt. Laut Gesetzesauftrag sollen die fünf Weisen "vor Fehlentwicklungen warnen, vom Verfassen von Lobeshymnen steht im Gesetz nichts", sagte Franz in einem Interview mit dem Hamburger Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL. "Dafür müsste sich die Regierung jemand anderen suchen." Dem Rat sei klar gewesen, dass die Regierung verstimmt reagieren würde. "Wir haben uns bewusst nicht sonderlich diplomatisch, sondern klar und deutlich ausgedrückt, weil wir uns Sorgen um die Solidität der Staatsfinanzen machen." Besonders harsch waren die Wirtschaftsweisen mit den Steuerplänen der Regierung ins Gericht gegangen. Dabei könne sie nicht allein auf Wachstum hoffen, um die Haushaltslöcher zu stopfen, sagte Franz. "Man kann sich nun mal nicht an den eigenen Haaren aus dem Sumpf ziehen."
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© DER SPIEGEL 48/2009
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