Arbeitsminister Franz Josef Jung lehnt die Idee von IG Metall und Gesamtmetall ab, künftig Arbeitszeitverkürzungen bis zur 28-Stunden-Woche mit staatlicher Hilfe zu ermöglichen. "Das Ministerium unterstützt diesen Vorstoß nicht", so ein Sprecher des Arbeitsministeriums. Die Gewerkschaft hat für die anstehende Tarifrunde in der Metallindustrie den Vorschlag gemacht, dass Betriebe in Not vorübergehend die 28- Stunden-Woche einführen dürfen. Dabei sollen für einen Teil der wegfallenden Stunden 25 Prozent des Lohns weitergezahlt werden. Im Gegenzug soll der Staat diesen teilweisen Lohnausgleich von Abgaben und Steuern freistellen. Der Arbeitgeberverband Gesamtmetall reagierte positiv auf den Vorschlag. Dabei würden sich die Firmen "auf Kosten der Solidargemeinschaft von Arbeitskosten entlasten", begründet das Arbeitsministerium seine Ablehnung. Zudem sei eine solche Lösung nicht im Sinn der betroffenen Arbeitnehmer, "denn dann verlieren sie Ansprüche an die Sozialversicherung". Überdies gebe es mit der erweiterten Kurzarbeit ein funktionierendes Steuerungsinstrument.
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© DER SPIEGEL 48/2009
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