Der deutsche Papst Benedikt XVI. hat für Empörung in Israel gesorgt, weil er Anfang November nach seiner Generalaudienz den kroatischen Skandal-Sänger Marko Perkovic getroffen hat. Der Nationalist Perkovic steht im Ruf, mit seinen martialisch vorgetragenen Blut- und Ehreliedern Rassenhass zu schüren und Gewalt zu verherrlichen. Efraim Zuroff, Leiter des Simon Wiesenthal Center in Jerusalem hält die Begegnung, für "sehr unglücklich". Die Zusammenkunft sende falsche Signale an alle Katholiken in der Welt: "Es hat mich schockiert." Perkovic wurde erst vor zwei Monaten die Einreise in die Schweiz verweigert. Auch in Österreich wurde nach vehementen Protesten ein Konzert abgesagt. Auf seiner Homepage schmückt sich Perkovic nun mit den Fotos seines Papsttreffens, er sei "mit seiner Familie zu einer Privataudienz beim Heiligen Vater" empfangen worden, mit dem er sich auch unterhalten habe. Dabei habe er eine Auswahl seiner CDs und DVDs in einer "speziell für diesen Anlass angefertigten" weißen Ledermappe übergeben, dazu noch ein Gemälde der "Kirche der kroatischen Märtyrer", die der Sänger in seiner Geburtsstadt Cavoglave errichtet hat. Padre Federico Lombardi, der Pressesprecher des Papstes, reagierte auf die internationale Kritik mit der Aussage, der Papst kenne nicht alle Personen, "die an solchen Audienzen teilnehmen".
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© DER SPIEGEL 48/2009
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