Laut einer vorläufigen Statistik ist die Zahl der Beschwerden beim Deutschen Presserat 2009 um rund 70 Prozent auf etwa 1250 emporgeschossen. Ein Grund dafür dürfte das neueingeführte Beschwerdeformular im Internet sein. Besonders deutliche Trends: Die Zahl der Eingaben gegen Boulevardzeitungen verdreifachte sich fast. Gegen überregionale Zeitungen richteten sich 92 Beschwerden – 2008 waren es nur 35. Inhaltlich ging es größtenteils um Verstöße gegen die Sorgfaltspflicht und Persönlichkeitsrechtsverletzungen. Neu ist seit diesem Jahr die Zuständigkeit des von Verleger- und Journalistenverbänden eingerichteten Presserats für journalistischredaktionelle Online-Medien. Die Beschwerden gegen Print-Publikationen und Online- Veröffentlichungen verteilten sich annäherend gleich. In 161 Fällen wurden die Eingaben als unbegründet zurückgewiesen, die Zahl der gerügten Artikel blieb konstant zum Vorjahr.
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© DER SPIEGEL 1/2010
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