Im Ermittlungsverfahren zur Bespitzelung von Journalisten und Aufsichtsräten bei der Deutschen Telekom AG hat der Hauptbelastungszeuge, Michael Hoffmann- Becking, eine erneute Aussage verweigert. Der Düsseldorfer Anwalt hatte in einer ersten Vernehmung 2008 den Ex-Telekom-Vorstandschef, Kai-Uwe Ricke, sowie Ex- Aufsichtsratschef Klaus Zumwinkel schwer belastet. Nun beruft er sich auf eine nicht ordnungsgemäße Entbindung von seinem damaligen Mandat. Die Bonner Staatsanwaltschaft hat Klage wegen "Verweigerung einer Zeugenaussage" gegen ihn eingereicht. Hoffmann-Becking hatte Zumwinkel und Ricke im Zusammenhang mit den vermeintlichen Lecks im Telekom-Aufsichtsrat juristisch beraten (SPIEGEL 21/2009) und war von der Telekom - nicht aber von Zumwinkel und Ricke - von seiner Verschwiegenheitspflicht entbunden worden. Durch Hoffmann-Beckings Weigerung hat sich das Verfahren erneut verzögert.
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© DER SPIEGEL 6/2010
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