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Ausgabe 6/2010
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06.01.2010
 

Saudi-arabische Gelder für deutsche Islamisten?

Razzien im Islamistenmilieu, bei denen vorige Woche 43 Wohnungen im gesamten Bundesgebiet durchsucht und drei Verdächtige festgenommen wurden, gehen auf einen altbekannten Kern zurück: das Multikulturhaus (MKH) in Neu-Ulm, das der bayerische Innenminister 2005 per Vereinsverbot schließen ließ. Festgenommen wurden mit Ramez A. und Ranie M. zwei ehemalige Führungskräfte des MKH; zu den insgesamt sieben Beschuldigten gehört außerdem Omar Yousif, der Sohn des einflussreichen ehemaligen MKH-Hasspredigers Yehia Yousif, der deutschen Behörden als Pate der Ulmer Islamistenszene gilt. Den jetzt Beschuldigten wird vorgeworfen, mittels einer "kriminellen Vereinigung" in Deutschland Glaubensbrüder radikalisiert und an die einschlägig bekannte ägyptische Sprachschule, das Qortoba-Institut in Alexandria, vermittelt zu haben. In deren Umfeld, so der Verdacht der Ermittler, würden die Sprachschüler dann zum Besuch terroristischer Ausbildungslager animiert. Diese Route von Deutschland in den Dschihad hatte etwa der Ulmer Islamist Tolga D. eingeschlagen, bevor er 2007 in Pakistan - offenbar auf dem Weg in ein Terrorlager - festgenommen wurde. Die Landeskriminalämter Baden-Württemberg und Bayern gehen zudem dem Verdacht nach, dass es für Aspiranten aus Deutschland eine Art Stipendiensystem mit Geldern aus saudi-arabischen Quellen gibt. Auch das halten Ermittler für keinen Zufall: Gleich mehrere bedeutende MKH-Männer, darunter Yehia Yousif, halten sich in Saudi-Arabien auf.

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