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Ausgabe 6/2010
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07.02.2010
 

Industrie trickst weiter bei Lebensmittelverpackungen

Die Nahrungsmittelindustrie nutzt den Wegfall fester Verpackungsgrößen weiter für versteckte Preiserhöhungen. Eine entsprechende Liste über Mogelpackungen führt die Hamburger Verbraucherzentrale. Sie ist inzwischen auf über 60 Produkte angewachsen, weil Kunden laufend neue Artikel entdecken, die zwar kleiner wurden, aber genauso teuer sind wie zuvor, berichtet das Hamburger Nachrichten-Magazin DER SPIEGEl. Zwar gehen nicht alle dieser Schrumpfkuren auf die jüngste EU-Liberalisierung vom April zurück. Doch in den vergangenen Monaten nutzten viele Hersteller den Verpackungswirrarr, um den Kunden gewohnte Produkte in vermeintlich neuer Rezeptur und Outfit zu erhöhten Preisen unterzujubeln. Erneut auf die Liste der Verbraucherschützer schaffte es etwa die Fruchtbuttermilch der Molkerei Weihenstephan, die zum Konzern des Milch-Milliardärs Theo Müller gehört. Statt vorher 89 Cent kostet die neue Buttermilch jetzt zwar nur noch rund 85 Cent - doch statt wie bisher 500 Milliliter sind jetzt nur noch 400 drin, eine Preissteigerung von gut 19 Prozent. Der Verbraucher habe eine praktischere Verpackung gewollt, rechtfertigt eine Firmensprecherin die Teuerung. Neu auf der schwarzen Liste sind auch die Wellness-Flakes von Lidl, die nun in kleinerer Verpackung gut 36 Prozent teurer geworden sind. Die Industrie rechtfertigt die Preissteigerungen meist mit erhöhten Rohstoffkosten.

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