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Ausgabe 6/2010
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06.02.2010
 

DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach (59) im SPIEGEL zu dengescheiterten Vertragsverhandlungen mit Bundestrainer Joachim Löw

SPIEGEL: Das Präsidium des Deutschen Fußball-Bundes hat die Vertragsverlängerung mit dem Trainerteam um Nationalcoach Joachim Löw überraschend ausgesetzt. Hat der Bundestrainer ausgerechnet im WM-Jahr das Vertrauen der DFB-Spitze verloren?

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Niersbach: Absolut nicht. Präsident Theo Zwanziger hat ihm sogar vor dem entscheidenden Qualifikationsspiel zur Weltmeisterschaft, der Partie in Moskau gegen Russland im Oktober, eine Vertragsverlängerung selbst für den Fall angeboten, dass unsere Nationalmannschaft die WM-Teilnahme verpasst hätte. Eben weil wir von der Arbeit des Bundestrainers total überzeugt sind.

SPIEGEL: Jetzt ist die Zusammenarbeit belastet, dabei hieß es vor Weihnachten noch, man habe sich geeinigt. Woran sind dann die Gespräche gescheitert?

Niersbach: Nach einem Vier-Augen-Gespräch zwischen Joachim Löw und unserem Präsidenten im Dezember gingen wir davon aus, dass eine Verlängerung unkompliziert auf Basis des bestehenden, reiflich ausformulierten Vertragswerks aufbauen würde. Aber am 14. Januar wurde der Entwurf eines zumindest teilweise neuen Vertragswerks präsentiert, mit neuen Elementen und Konstruktionen. Die Unterschiede zum Bestehenden waren zu groß.

SPIEGEL: Auf wenig Gegenliebe stieß wohl der Wunsch nach mehr Kompetenzen für Teammanager Oliver Bierhoff, etwa ein Vetorecht bei der künftigen Besetzung des Bundestrainerpostens. Musste das unbedingt ins zu verhandelnde Gesamtpaket?

Niersbach: Joachim Löw wollte, dass sein Team beisammen bleibt, das ist absolut legitim, war auch schon so bei der letzten Vertragsverlängerung. Weiter ins Detail sind die Gespräche dann aber gar nicht mehr gegangen. Die Entscheidung im Präsidium ist gefallen, bis zur WM nicht mehr neu zu verhandeln.

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