SPIEGEL: Das Präsidium des Deutschen Fußball-Bundes hat die Vertragsverlängerung mit dem Trainerteam um Nationalcoach Joachim Löw überraschend ausgesetzt. Hat der Bundestrainer ausgerechnet im WM-Jahr das Vertrauen der DFB-Spitze verloren?
SPIEGEL: Jetzt ist die Zusammenarbeit belastet, dabei hieß es vor Weihnachten noch, man habe sich geeinigt. Woran sind dann die Gespräche gescheitert?
Niersbach: Nach einem Vier-Augen-Gespräch zwischen Joachim Löw und unserem Präsidenten im Dezember gingen wir davon aus, dass eine Verlängerung unkompliziert auf Basis des bestehenden, reiflich ausformulierten Vertragswerks aufbauen würde. Aber am 14. Januar wurde der Entwurf eines zumindest teilweise neuen Vertragswerks präsentiert, mit neuen Elementen und Konstruktionen. Die Unterschiede zum Bestehenden waren zu groß.
SPIEGEL: Auf wenig Gegenliebe stieß wohl der Wunsch nach mehr Kompetenzen für Teammanager Oliver Bierhoff, etwa ein Vetorecht bei der künftigen Besetzung des Bundestrainerpostens. Musste das unbedingt ins zu verhandelnde Gesamtpaket?
Niersbach: Joachim Löw wollte, dass sein Team beisammen bleibt, das ist absolut legitim, war auch schon so bei der letzten Vertragsverlängerung. Weiter ins Detail sind die Gespräche dann aber gar nicht mehr gegangen. Die Entscheidung im Präsidium ist gefallen, bis zur WM nicht mehr neu zu verhandeln.
Auf anderen Social Networks posten:
© DER SPIEGEL 6/2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH