Der Beschwerdebrief des Bundeswehr-Generals Henning Hars, der zu dessen Versetzung in den einstweiligen Ruhestand geführt hat, ist jetzt im Wortlaut bekannt. In seinem Schreiben an den Verteidigungsminister Karl Theodor zu Guttenberg hatte der 54-Jährige die Entlassung des Generalinspekteurs Wolfgang Schneiderhan scharf kritisiert. Schneiderhan kenne er als "verlässlichen und gewissenhaften Berater" der Bundesregierung. Zudem habe Guttenberg mit der Entlassung des Staatssekretärs Peter Wichert einen schweren Fehler begangen. Hars belehrte den Minister, er sei "schlecht beraten" gewesen: "Man zerschießt im Gefecht nicht seine letzte Deckung." Am Ende des Briefs forderte der Brigadegeneral Guttenberg gar zum Rücktritt auf. Ihm falle es mittlerweile schwer, dem Minister als obersten Kommandeur der Truppe noch das notwendige Vertrauen zu schenken. Käme Guttenberg bei einer Prüfung seiner Motive zum Ergebnis, "dass politische Opportunität die Triebfeder Ihres Handelns war", schrieb Hars, könne er nur den Rückzug aus der Politik empfehlen. Nach Eingang des Briefes hatte der Verteidigungsminister auf Rat seines Hauses den Bundespräsidenten gebeten, den Brigadegeneral umgehend in den Ruhestand zu versetzen.t
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© DER SPIEGEL 12/2010
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