Amerikanische Spezialeinheiten haben einen der Taliban, der bei dem Anschlag auf eine Bundeswehr-Einheit am 2. April bei Kunduz beteiligt war, identifiziert und getötet. Nur wenige Tage nach dem Hinterhalt nahe der Ortschaft Isa Khel, bei dem am Karfreitag drei deutsche Soldaten ums Leben gekommen sind, spürten Hubschrauber- Besatzungen der Special Forces Mullah Gai auf, der in der Region auch als Mullah Nadir bekannt war. Als der Taliban-Kommandeur eine Panzerfaust auf einen US-Helikopter abschoss, eröffneten die Soldaten das Feuer und töteten ihn. Sie kamen damit dem Versprechen nach, das hochrangige US-Militärs dem deutschen Isaf-Stabschef Bruno Kasdorf informell gegeben hatten: die Hintermänner der beiden Anschläge vom April, bei denen sieben Bundeswehrsoldaten starben, zu jagen, bei Möglichkeit festzunehmen, aber notfalls auch umzubringen. Seitdem sind US-Einheiten der geheimen "Task Force 310" gemeinsam mit von ihnen trainierten Afghanen fast jede Nacht im Einsatz. Bei ihren Operationen haben sie mehrere hochrangige Kommandeure getötet, darunter den gerade erst ernannten Taliban-Schattengouverneur für Kunduz, Mullah Noor Mohammad, und zwei seiner engsten Berater. Mehrere der Getöteten standen auf der sogenannten Todesliste der Nato-Truppen für Nordafghanistan. Insgesamt finden sich auf der "Joint Priority Effects List" rund ein Dutzend Taliban- Kommandeure.
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© DER SPIEGEL 20/2010
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