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Ausgabe 22/2010
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29.05.2010
 

Osnabrücker Bischof Bode spricht sich für Reformen aus

Noch sind sie unter den 26 amtierenden Bischöfen in Deutschland offenbar in der Minderheit: jene höchsten Amtsträger der katholischen Bistümer, die wie der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick (SPIEGEL 19/2010) dem Ruf der Gläubigen nach grundsätzlichen Veränderungen nachzugeben bereit sind. Doch nun schlägt sich Bischof Franz-Josef Bode aus Osnabrück auf die Seite der Erneuerer und fordert gegenüber dem SPIEGEL "ein neues Miteinander in der Kirche: von Priestern und Laien, von Männern und Frauen". Die Kirche brauche jetzt "ein Klima der Offenheit", damit sie "nicht zu einem ,geschlossenem System' wird, das sich nur noch um sich selbst dreht." Bode will in seinem Bistum zu einer Klausur aller verantwortlichen Gremien einladen – und einen Dialog eröffnen "zwischen Glauben und Wissenschaft". Dabei solle es unter anderem um eine "sich neu an der Lebenswelt der Menschen orientierenden Moral und Ethik" gehen. Autorität und Macht in der Kirche, so Bode, sollten künftig eine "radikal dienende Funktion" haben, denn "in einem unfreien und undurchsichtigen Klima werden Missbräuche von Macht und körperlicher Missbrauch begünstigt". Auch der Hamburger Weihbischof Hans-Jochen Jaschke spricht sich für "eine mutige und angstfreie Klärung der offenen Fragen" aus – schließlich stehe die Kirche in Deutschland "in einer ungemütlichen Ecke". Wie groß der Druck von der Basis inzwischen geworden ist, zeigt die Einrichtung eines "Dialog-Telefons" im Freiburger Erzbistum des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch. Anrufer sollen dort "Verbesserungsvorschläge" und "Hinweise" geben, wie die Kirche wieder "attraktiv" werden könne. Zollitschs Begründung für die Krisen-Hotline: "Das Erzbistum will mit Zweifelnden und auch mit jenen emotional Aufgewühlten in Kontakt bleiben, die aus der Kirche ausgetreten sind."

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