Bundespräsident Christian Wulff zeigt sich zerknirscht über seinen Urlaub in der fürstlichen Villa des Unternehmers Carsten Maschmeyer auf Mallorca. In einem Brief an irritierte Bürger ließ Wulff eine Referatsleiterin zwar antworten, dass er auf dem Anwesen nur ein Appartement bewohnt habe. Doch "im Nachhinein ist der Bundespräsident selbst nicht glücklich darüber, dass sich mit Blick auf die Gesamtliegenschaft ein anderer Eindruck aufdrängen konnte". Bislang hatte sich Wulff mit dem Argument verteidigt, er habe einen "angemessenen" Preis für die Woche in dem Appartement bezahlt. Der Urlaub war kritisiert worden, weil der Finanz unternehmer Maschmeyer gern die Nähe zu Politikern sucht und auch schon mal von einer politischen Entscheidung, der Riester- Rente, profitiert hat. Darauf ging Wulffs Referatsleiterin nicht ein. Stattdessen schrieb sie in dem Brief pikiert: "Sie werden ihm vielleicht zubilligen, dass er im Rahmen der Sommerpause auch als Familienvater eine kurze Ferienwoche mit seiner Frau und seinen Kindern verbringen wollte." Dieses Recht hatte dem Bundespräsidenten allerdings niemand abgesprochen.
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© DER SPIEGEL 35/2010
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