23. Oktober 2004, 10:30 Uhr

Blinder Alarm zwingt Luftwaffe wiederholt zu Anti-Terror- Flügen

Seit der Einrichtung eines nationalen Zentrums für die Luftverteidigung im rheinischen Kalkar vor gut einem Jahr mehren sich bei der Luftwaffe die Einsätze wegen Terroralarms. Etwa zehnmal pro Woche stiegen in jüngster Zeit die so genannten Alarmrotten auf, die bei den Jagdgeschwadern in Wittmund und Neuburg binnen fünf Minuten starten können, um verdächtige Zivilflugzeuge zu überprüfen - und notfalls auf Befehl des Verteidigungsministers abzuschießen. Bisher wurden alle Einsätze der "Phantom"-Jäger indes auf Grund blinden Alarms geflogen - und nachträglich zur "Übung" erklärt. Auslöser waren meist Fehler der Piloten ziviler Fluggesellschaften. Sie hatten etwa Funkgeräte falsch bedient, Anrufe der Bodenkontrolle zu spät beantwortet oder versehentlich so genannte Transponder so eingestellt, dass diese eine Entführung signalisierten. Die deutschen Militär-Jets können mangels geeigneter Funkgeräte jedoch nicht direkt mit Zivilmaschinen kommunizieren. Luftwaffe und Lufthansa erwägen daher, gemeinsam ein Lehrvideo zu drehen. Es soll Airline-Crews helfen, Zeichen der Militärpiloten zu verstehen. Flügelwackeln etwa bedeutet: Mir folgen und landen!


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© DER SPIEGEL 44/2004
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