Aktivitäten des iranischen Geheimdienstes in Deutschland belasten erneut die Beziehungen zwischen Berlin und Teheran. Wie das Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL schreibt, ließ in der vorvergangenen Woche die Bundesanwaltschaft in Berlin einen Iraner verhaften, der im Auftrag Teherans regimekritische Oppositionsgruppen unterwandert und ausspioniert haben soll. Er sitzt wegen "geheimdienstlicher Agententätigkeit" in Untersuchungshaft, bestreitet aber alle Vorwürfe.
Staatsschützer waren ihm auf die Spur gekommen, als sie detaillierte Funksprüche des ehemaligen Studenten an seine Auftraggeber im Iran abfingen. Schon im Frühjahr hatte die Bundesanwaltschaft Anklage gegen einen anderen Teheraner Maulwurf in der Exil-Opposition erhoben. Beide Fälle wurden vom Bundesjustizministerium aus Rücksicht auf die komplizierten deutsch-iranischen Beziehungen diskret behandelt. Schon der von der Teheraner Staatsspitze angeordnete Anschlag auf das Berliner Re-staurant "Mykonos", bei dem vier iranische Regimegegner starben, war von minde-stens einem in Deutschland lebenden Spitzel vorbereitet worden. Er wurde bis heute nicht enttarnt.
© DER SPIEGEL 30/1999
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