07. Oktober 2006, 10:30 Uhr

Klagewelle wegen Vioxx-Schäden beginnt

Mehrere hundert Patienten, die sich durch das Schmerzmittel Vioxx geschädigt sehen, werden in diesem Monat Klagen gegen MSD Sharp & Dohme einreichen, der in Haar bei München ansässigen deutschen Tochter des amerikanischen Pharmariesen Merck. Wie der SPIEGEL in seiner neuen Ausgabe berichtet, bearbeiten deutsche Anwälte rund 1000 Fälle von Vioxx-Kunden, die zumeist Herzinfarkte und Schlaganfälle erlitten hatten. Die Schadenssumme beläuft sich laut Anwälten auf rund 250 Millionen Euro.

In den USA hatten Vioxx-Geschädigte in erster Instanz zum Teil mehrere Millionen Dollar Schmerzensgeld zugesprochen bekommen. Ende August hatte ein Richter in New Orleans in einem Fall aus Frankreich entschieden, dass Europäer ihre Ansprüche in ihren Heimatländern geltend machen sollen. Deshalb werden deutsche Medizin- und Opferanwälte ihre Klagen nun bei deutschen Gerichten einreichen. Rund ein Dutzend Klagen sind bereits anhängig. MSD hat es wie der amerikanische Mutterkonzern bisher abgelehnt, Schadens- oder Schmerzensgeldzahlungen zu leisten.


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© DER SPIEGEL 41/2006
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