FDP-Chef Guido Westerwelle will sich nach der Bundestagswahl in möglichen Koalitionsverhandlungen mit der Union für die Aussetzung der Wehrpflicht einsetzen. "Die Wehrpflicht ist überflüssig und ungerecht", sagte Westerwelle dem Nachrichtenmagazin DER SPIEGEL. "Die Wehrpflicht hatte ihre Verdienste. Heute ist sie eine Sache von gestern. Mit den Auslandseinsätzen hat die Bundeswehr neue Aufgaben übernommen." Derzeit würden nur rund 15 Prozent der Männer eines Jahrgangs eingezogen, während viele andere an ihren Karrieren arbeiten könnten, betonte Westerwelle. Da sei es ein Akt der Gerechtigkeit, auf eine Freiwilligenarmee umzustellen. Die Angst, dass der Bundeswehr der qualifizierte Nachwuchs ausgehen könnte, hält der FDPChef für unbegründet. "Andere Länder schaffen es doch auch, die Qualität ihrer Armee ohne die Wehrpflicht zu halten." Westerwelle verriet zudem, dass er selbst von der Bundeswehr einst wegen seiner Homosexualität nicht genommen worden sei. "1979 wurden gleichgeschlechtlich orientierte Männer ausgemustert. So war das damals", sagt der FDP-Politiker, der sich im Juli 2004 anlässlich der Feier von Angela Merkels 50. Geburtstag erstmals öffentlich mit seinem Lebenspartner zeigte.
© DER SPIEGEL 31/2009
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