Bundestagsabgeordnete und ihre Mitarbeiter sollen bei der Massenimpfung gegen die Schweinegrippe bevorzugt behandelt werden. Bereits ab dem 23. November will die Bundestagsverwaltung eine Impfstelle für Parlamentarier im Reichstagsgebäude, Zimmer EN 031, eröffnen. Die Beschäftigten der Abgeordneten wiederum wurden per Hausmitteilung aufgerufen, sich werktags zwischen 9 Uhr und 13 Uhr im Sanitätsraum des nahe gelegenen Paul-Löbe-Hauses einzufinden. Das Angebot der Bundestagsverwaltung steht im scharfen Kontrast zu den Maßhalteappellen, die der neue Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler an die Bevölkerung richtet. Der FDP-Politiker hatte erst am vergangenen Mittwoch verkündet, dass zuerst medizinisches Fachpersonal sowie Risikogruppen wie chronisch Kranke an die Reihe kommen sollen: "Wichtig ist, dass jetzt nicht jeder sofort zu den Impfstellen rennt", so Rösler. Weil die Produktion des Impfstoffs nur schleppend in Gang kommt, könne bis zum Jahresende voraussichtlich nur etwa jeder vierte Bundesbürger geschützt werden. Tatsächlich klagt sogar das für den Katastrophenschutz zuständige Innenministerium darüber, dass es bei weitem nicht genug Impfdosen gibt. Für die geplante Impfaktion im Reichstag hingegen gibt es offenbar keine Versorgungsprobleme. Die Impfung sei grundsätzlich "allen Personen" empfohlen, heißt es in der Hausmitteilung.
© DER SPIEGEL 47/2009
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