AUS DEM SPIEGEL
Ausgabe 52/2002

Bundespräsident Rau will nicht mehr mit „Luftwaffen“-Schriftzug am Dienst-Airbus reisen


Nach dem Scheitern des Plans, die Flugbereitschaft der Luftwaffe zu privatisieren, stehen der Politiker-Airline nun immerhin Veränderungen im äußeren Erscheinungsbild bevor. Bundespräsident Johannes Rau wünscht, dass auf VIP-Airbussen und Challenger- Jets an Stelle des traditionellen Schriftzugs "Luftwaffe“ künftig in großen Lettern "Bundesrepublik Deutschland“ stehe. Vorbild ist die prächtige Bemalung der als "Air Force One“ bekannten Maschine des US-Präsidenten, deren Rumpf die Zeile "United States of America“ ziert. Als Verbündeten konnte Rau bereits Kanzler Gerhard Schröder (SPD) gewinnen. Militärs und Ministerialbürokratie dagegen sträuben sich. Sie warnten Verteidigungsminister Peter Struck (SPD) vor hohen Kosten für das Umlackieren – und beriefen sich auf eine Verordnung des ersten Bundespräsidenten Theodor Heuss (FDP), wonach das Wort "Luftwaffe“ die Flieger der 1957 gegründeten Regierungslinie schmücken solle. Diese Maßgabe müsste Rau erst aufheben. Struck erwägt nun einen Kompromiss: Wenn bei der nächsten großen Inspektion ohnehin der Lack erneuert wird, könnten die Lufttaxis für die Polit-Prominenz mit beidem – "Bundesrepublik Deutschland“ und "Luftwaffe“ – bemalt werden.



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