AUS DEM SPIEGEL
Ausgabe 15/2003

Bahn bremst Connex aus


Die Deutsche Bahn (DB) wehrt sich mit allen Mitteln, zwei Züge des privaten Konkurrenten Connex, die auf den Strecken Gera-Rostock und Cottbus-Stralsund verkehren, in ihren elektronischen Fahrplan aufzunehmen. Per einstweiliger Verfügung hatte Connex Ende vorigen Jahres den Staatskonzern (Marktanteil:über 99 Prozent) zur Kooperation verpflichtet. "Schätzungsweise zehn Monate" veranschlagt die Bahn nun, um die Daten der Connex-Züge einzuspeisen. Laut eidesstattlicher Versicherung von DB-Managern vor dem Berliner Kammergericht könne der "konkrete Einführungstermin" sogar "bis zu drei bis sechs Monate danach liegen". Noch im vorigen Juni hat die DB den Rauswurf der Connex-Züge aus ihren Fahrplänen übers Wochenende rückgängig gemacht, nachdem der damaligeVerkehrsminister interveniert hatte. Nun geht es nicht ohne "Machbarkeitsstudie", "Planungsphase" und "Regelversionstermine". Auch finanziell wollen die Staatsbahner jetzt richtig hinlangen. 1,35 Millionen Euro sollen die "Erstellungsleistungen zur Integration in die Preisauskunft" betragen. Hinzu kämen jährliche Betriebskosten von rund 400000 Euro -eine Fahrplanauskunft wurde von der DB laut Preisliste vom November 2000 ab rund 250 Euro angeboten. Für Connex, die als erste Bahngesellschaft in das Fernverkehrsmonopol der DB einbricht, ist die Aufnahme in den DB-Fahrplan von existenzieller Bedeutung, da ihre Züge sonst nicht über Reisebüros gebucht werden.



© DER SPIEGEL 15/2003
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