AUS DEM SPIEGEL
Ausgabe 19/2003

Deutsche Forscher entwickeln Hemmstoffe gegen die Erreger der Lungenseuche Sars


Die jahrelangen Vorarbeiten deutscher Wissenschaftler könnten die Entwicklung einer Arznei gegen den Sars-Erreger jetzt erheblich beschleunigen. Der Mediziner John Ziebuhr von der Universität Würzburg und die Biochemikern Kanchan Anand und Rolf Hilgenfeld von der Universität Lübeck haben das humane Coronavirus 229E, das beim Menschen Schnupfen auslöst, eingehend erforscht und sind schon dabei, erste Hemmstoffe dagegen zu testen, berichtet der SPIEGEL. Auf Grund des genetischen Vergleichs mit dem nun aufgetauchten Sars-Erreger, ebenfalls ein Coronavirus, gehen die Forscher davon aus, dass sich wichtige Enzyme bei dem Schnupfen- und dem Sars-Virus weitgehend gleichen. "Die Maschinerie für die Vermehrung scheint ganz ähnlich zu arbeiten“, sagte Ziebuhr dem SPIEGEL. Sein Lübecker Mitstreiter Hilgenfeld hat früher neun Jahre lang als Industrieforscher neue Wirkstoffe entwickelt, darunter Substanzen, die das HI-Virus hemmen. "Ich fasse eigentlich nur Projekte an“, so der Chemiker, "bei denen am Ende eine Arznei herausspringen könnte.“



© DER SPIEGEL 19/2003
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