AUS DEM SPIEGEL
Ausgabe 35/2003

Klagewelle gegen Robodoc


Immer häufiger klagen Patienten gegen Krankenhäuser, in denen Hüftoperationen mit Hilfe von Robotern vorgenommen wurden. Allein der Freiburger Anwalt Jochen Grund vertritt 91 Mandanten, die nach Eingriffen zum Teil schwerwiegende Muskel- und Nervenschädigungen erlitten hatten. Sie können sich nur noch hinkend oder an Krücken fortbewegen. Zehn Verfahren sind bereits am Landgericht Frankfurt anhängig, rund zwei Dutzend Fälle werden derzeit vor Gutachter-Kommissionen von Ärztekammern verhandelt. Die meisten Klagen richten sich gegen die Berufsgenossenschaftliche Unfallklinik in Frankfurt am Main, an der bereits rund 6000 Robodoc-OPs durchgeführt wurden (SPIEGEL 5/2003). Die Maschine fräst Hohlräume in Oberschenkelknochen, in die anschließend Hüftprothesen implantiert werden. Darüber hinaus ist eine Sammelklage gegen den amerikanischen Roboter-Hersteller ISS vor einem Gericht in Kalifornien in Vorbereitung. Eine auf Arzthaftungsrecht spezialisierte Kanzlei aus Los Angeles vertritt derzeit 63 Patienten, darunter zwei Amerikaner, die in Deutschland operiert worden waren.



© DER SPIEGEL 35/2003
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