AUS DEM SPIEGEL
Ausgabe 48/2003

Ministerpräsident Koch wusste von Merkels Plänen zur Entlassung des CDU-Abgeordneten Hohmann


Für den hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch kam die Entscheidung von CDU-Chefin Angela Merkel, den umstrittenen Abgeordneten Martin Hohmann aus der Fraktion auszuschließen, alles andere als überraschend. In der Öffentlichkeit lässt Koch verbreiten, Merkel habe ihn nicht rechtzeitig darüber informiert. Deshalb habe er einen Tag vor der entscheidenden Gremiensitzung Merkels bisherige Linie verteidigt, Hohmann nicht aus Partei und Fraktion zu verbannen. Für diese Haltung hatte Koch am 9. November in der Frankfurter Westend-Synagoge wütende Proteste auf sich gezogen. Doch bereits einen Tag zuvor hatte er mit CDU-Generalsekretär Laurenz Meyer auf dem Sportpresseball in Frankfurt am Main über den Fall Hohmann geredet. Das berichteten Merkel und Meyer auf der CDU-Präsidiumssitzung am vergangenen Montag. Meyer hatte Koch demnach gesagt:"Die Sache ist noch nicht ausgestanden." Koch hatte entgegnet, er sehe keinen Anlass für weitergehende Sanktionen. Im CDU-Präsidium beschwerte sich Koch ausdrücklich bei Merkel, dass er nicht informiert worden sei.



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