AUS DEM SPIEGEL
Ausgabe 10/2004

Clement-Beirat hält Windenergie-Subventionen für "ökologisch nutzlos"


Die Förderung erneuerbarer Energien wie Windkraft und Solarstrom wird zu einem "ökologisch nutzlosen, aber volkswirtschaftlich teuren Instrument und müsste konsequenterweise abgeschafft werden" - so das Urteil des wissenschaftlichen Beirats von Wirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD). Sobald der geplante Lizenzhandel mit CO2-Emissionen funktioniere, heißt es in dem unveröffentlichten Gutachten, entfalle die Wirkung der Ökostrom-Subventionen. Deren "Gesamteffekt" auf die Reduzierung der CO2-Abgase werde dann "gleich null sein". Der Grund sei die Wechselwirkung zwischen dem künftigen Lizenzmarkt und dem Erneuerbare-Energien- Gesetz: Es verpflichtet die Stromwirtschaft, stufenweise mehr Ökostrom zu produzieren. Dadurch verfügt diese künftig über ungenutzte CO2-Lizenzen, die sie in großer Zahl auf den Markt geben kann. Dies drückt den Preis für die Rechte, und die Industrie kann sich günstig mit Emissionsrechten eindecken. Der Zwang, Abgase einzusparen, sinkt somit. Die CO2-Einsparungen durch Ökostrom würden damit kompensiert, so der Beirat. Besonders problematisch sei zudem die Förderung der Windenergie, weil dabei Wetterschwankungen dauerhaft durch konventionelle Kraftwerke ausgeglichen werden müssen. CO2-Einsparungen durch Windkraft seien deshalb "unverhältnismäßig teuer", so die Expertise: "Man könnte durch Modernisierung eines Kohlekraftwerks denselben Einspareffekt zu 4 bis 8 Prozent der Kosten erzielen."



© DER SPIEGEL 10/2004
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