AUS DEM SPIEGEL
Ausgabe 29/2004

Strompreise Vattenfall will die Tarife erhöhen

Die Erhöhung der Strompreise durch die großen Energiekonzerne in Deutschland geht offenbar ungezügelt weiter. Nach SPIEGEL-Informationen plant das Unternehmen Vattenfall, seine Netznutzungsgebühren für die Höchstspannungsebene ab Januar 2005 um mehr als 20 Prozent anzuheben.


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DDP

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Wie aus internen Schreiben des viertgrößten Stromversorgers, Vattenfall Europe, hervorgeht, plant das Unternehmen, seine Netznutzungsgebühren für die Höchstspannungsebene ab Januar 2005 um "mehr als 20 Prozent" anzuheben, berichtet DER SPIEGEL.

Da die Entgelte für die Nutzung der Netze nur ein Teil des Strompreises sind, wird die exorbitante Preiserhöhung jedoch nicht voll auf den Strompreis durchschlagen. Experten rechnen aber damit, dass Haushaltskunden bei Umsetzung dieser Maßnahme ab Januar 2005 zwischen 0,3 und 0,5 Cent pro Kilowattstunde mehr bezahlen müssen. Begründet wird der in dieser Höhe einzigartige Schritt mit Belastungen des Stromversorgers durch das Gesetz zur Förderung Erneuerbarer Energien (EEG).

Tatsächlich entstehen Netzbetreibern beispielsweise für den Bau neuer Leitungen zu Windparks zusätzliche Kosten. Allerdings wird gerade Vattenfall durch eine Ausgleichsregelung im neuen EEG entlastet. Eine Steigerung von "mehr als 20 Prozent" halten Experten deshalb für absurd. Es bestehe vielmehr der Verdacht, so Henning Borchers vom Bundesverband Neuer Energieanbieter, dass sich Vattenfall vor der geplanten Überwachung der Stromtarife durch die Bonner Regulierungsbehörde die "Kasse noch einmal kräftig" füllen wolle.

Vattenfall bezeichnet den Inhalt der Schreiben als "reine Planungsdaten". Eine Entscheidung über die endgültige Höhe sei noch nicht getroffen.



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