AUS DEM SPIEGEL
Ausgabe 30/2004

Genereller Führerschein-Entzug für Kiffer?


Gegen Cannabis konsumierende Verkehrsteilnehmer will der neue baden-württembergische Innenminister Heribert Rech (CDU) härter durchgreifen. Cannabis-Konsumenten soll künftig prinzipiell der Führerschein entzogen werden, fordert Rech. Ihm gehe es dabei "nicht um eine zusätzliche Kriminalisierung, sondern um die Sicherheit der anderen Verkehrsteilnehmer", denn das Problem nehme zu. Bisher ist der Führerscheinentzug nur dann möglich, wenn der Autofahrer regelmäßig am Joint zieht oder andere Drogen wie Kokain oder Ecstasy im Blut hat. Gelegenheitskiffer dürfen dagegen die Fahrerlaubnis meist behalten. Nachdem jedoch neuere Untersuchungen ergaben, dass es nach dem Genuss von Cannabis bis zu sieben Tage dauert, bis die Reaktionsfähigkeit wieder völlig hergestellt ist, "müssen wir reagieren", sagt Rech. Schließlich liege die Konzentration des Rauschwirkstoffs heute um ein Vielfaches höher als in den siebziger Jahren. Allein in Baden-Württemberg waren 2003 über 4900 Fahrer unter Drogen- und Medikamenteneinfluss angetroffen worden. Die Zahl der Unfälle unter Drogeneinwirkung stieg erneut deutlich, von Januar bis Mai 2004 im Vergleich zumVorjahreszeitraum um 22,3 Prozent. Bundesweit nahmen 61,8 Prozent der Drogenkonsumenten Cannabis.



© DER SPIEGEL 30/2004
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